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Mein Aufstieg bis FL 50/100 hat wahrscheinlich länger gedauert als bei den meisten. Zum Einen habe ich nie mehr als 30k Hände pro Monat gespielt (im Schnitt etwa 20k, in diesem steh ich bei 18k – und das, obwohl mir 8 Stunden Sessions nicht fremd sind), zum Anderen habe ich dann immer mehrmonatige Reisen „Grinder-Ferien“ vorgezogen.
Dadurch habe ich mich auch mal nach Tibet verirrt. Ein Land, das immer weniger Ähnlichkeit hat mit dem was es mal war, und mit dem, was es sein will. Die Schutzherrschaft Chinas wird durch Verbot des Unterrichts der Landessprache, Verbots der Religion, geförderter Immigration von Han-Chinesen und kultureller sowie sozialer Repression zur ethnischen Säuberung.
Aber noch sind einige Flecke im tibetischen Hochland weitgehend unberührt von chinesischer Hand. Einige andere (darunter so gut wie alle Tempel) wurden zerstört, und werden im Moment wieder aufgebaut, weil die neue Generation der Chinesen Tibet als Touristenland entdeckt hat...
Aber ich wollte ein wenig die Natur entdecken, und da ich nicht genug Zeit für einen Trip zum, rundum oder auf den Mount Kailash hatte, und absolut keine Lust auf ein touristenverseuchtes Mount Everest Base Camp bin ich nach der längst schon chinesischen Stadt Lhasa in Richtung Namtso Lake aufgebrochen.
Zeit hatte ich keine, da ich mich schon für eine zeit-, aber auch atemberaubende Anreise mit dem Mini-Bus von Kathmandu entschieden hatte. In Nepal war ich nur einige Tage. War auch gut so, denn nach meiner Abreise flogen am Hauptplatz Granaten. Übernächtigt, da ich die billigste Verbindung genommen hatte – 7 Stunden Aufenthalt in Delhi, und ich musste die gesamte Dauer am Boden sitzen/schlafen, weil sie mich nicht in die Transit Lounge gelassen haben, weiß der Geier warum – stieg ich in einen Mini-Bus. Wir waren eine kleine Gruppe (individuell darf man in Tibet nicht einreisen) und hatten alle Todesangst. Es gibt spektakuläre und gefährlichere Straßen, die sich zu Recht um den Titel „The most dangerous route“ streiten, aber die Aussicht eine unbefestigte Straße im Himalaya Gebiet (bis zu 5000m Seehöhe) für ein paar Tage in einem Mini-Van, der aber auch gar nicht in irgendeiner Weise dafür modifiziert wurde, zu befahren, war auch alles andere als berauschend.
Zum „Glück“ gab es dann einen Steinschlag, der die Straße ruinierte, ein paar Menschen angeblich mit in den Tod riss, und uns zwang auf Jeeps umzusteigen. Hart war es trotzdem, ein paar mal über 5000m zu viert am Rücksitz eingezwängt, wegen der Höhe Kopfweh, ein paar Tage lang, mit Wasserschüsseln als Badezimmer und Löchern im Boden als Toilette. Unter sich hörte man die Schweine grunzen und die Ratten herumkriechen. Dafür genossen wir die unglaubliche Gastfreundschaft (in meiner Erfahrung nur von den Nomaden der Mongolei übertroffen, aber darüber ein anderes Mal) und Lebenslust der Tibeter. Immer bereit mit uns zu tanzen, zu singen, oder zu spielen. Oder auch mehr.
Aber jetzt fast forward zum Namtso-Lake, eines meiner schönsten Naturerlebnisse. Auf 5000m erstreckt er sich. (Fotos habe ich natürlich Hunderte, aber hier ein kleiner Eindruck).
Sechs- und Siebentausender rundherum aufgestellt als seine Bewacher.
Das Camp ohne Toilette (aber brandneuer Zufahrtsstraße).
Und dafür auch mit
Billardtisch. Auf dem unsere Weltauswahl (ich und der Kanadier im Foto) glatt
gegen die tibetische Auswahl verloren hat.Aber sie waren schon auf dessen Neigungswinkel eingespielt. Heimvorteil. Aber mit so einer Aussicht verliert man auch ganz gerne eigentlich...
Danach machte ich mich auf den Weg auf einen Hügel in der Nähe, um einen Überblick von oben zu bekommen. Es gab auch einen anderen mit Stiegen, wo "alle" (die Handvoll Touristen, die halt ebenfalls den Weg per Jeep auf sich genommen hatten) raufrannten, aber der war ein wenig niedriger, und außerdem wo ist da das Erlebnis... Jedenfalls war er auch nicht besonders hoch, man musste nur das erste Stück klettern, aber da wir schon auf 5000m waren, ist die Luft natürlich schnell weg. Und so musste ich alle paar Meter kurz stoppen, um meinen rasenden Puls zu beruhigen. Abstürzen oder verletzen ist natürlich auch nicht die beste Idee, wenn man alleine unterwegs ist, und niemand weiß, wo man zu suchen wäre. Aber ich bin erst zweimal fast in den Bergen gestorben, und das war jeweils im Winter, also nur keinen Stress.
Dafür bot sich mir dann auch eine herrliche Aussicht nur für mich allein in absoluter Stille.
Fast oben angelangt. Schon ziemlich vielversprechend:
So gut es geht mit Software zusammengeschustert - ein kleines Panorama.
Angekommen. Endloses Wasser und Schönheit rund um mich.
Bald ist er auch schon viel einfacher zu erreichen. Flugplatz und Hotel sind schon in Planung. Damit auch die nächste Zerstörung eines Idylls. „China modernisiert Tibet, das arme Entwicklungsland“ so der Tenor in den chinesischen Medien und dementsprechend auch in der breiten Bevölkerung. Dabei habe ich China auch als sehr gastfreundliches, schönes Land (mit Ausnahme von Großstädten wie Peking – widerlich – man sieht keine 50 Meter wegen des Smogs) kennen gelernt, bin auch dort zum Essen eingeladen worden. Jaja - manchmal auch zu mehr... Aber die Parteipolitik ist zum Teil menschenverachtend. Leider kann ich ja nicht behaupten, dass es bei uns immer soviel besser ist...
Tibet ist übrigens Teil von China, aber gleichzeitig auch nicht. So ist ein Chinavisum notwendig für die Einreise nach Tibet. Dort wird ersteres (für 3 Monate gültig) jedoch gecancelt, und man erhält ein einmonatiges für Tibet. Dies gilt auch für China, aber eben nur einen Monat. Also zuerst nach China reisen, danach nach Tibet. Umgekehrt ist es schwierig, und sie wollten mich ausweisen, da ich nach 25 Tagen Tibet nur mehr 5 über hatte. Aber auch einen Flug ein paar Wochen später von Shanghai nach Hongkong. Andere Touristen konnten gar nicht mehr ausreisen, und mussten auf einen Gerichtstermin warten. Also insofern hatte ich vielleicht sogar Glück. Meine Reisegefährtin gab auf, und reiste nach Süd-Ost-Asien, auch keine schlechte Alternative, ich wollte aber nicht so schnell aufgeben. Außerdem keine Kohle für einen neuen Flug. Wär ja gelacht, keine Lücke im System zu finden. Aber darüber ein anderes Mal. Blogeinträge sollen ja nicht zu lang sein – tl;dr – kann überhaupt noch irgendwer irgendetwas lesen, das mehr als zwei Minuten Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt?










